Gute Vorträge und Präsentationen, die die Hörer begeistern, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie authentisch sind und die Erwartungen der Hörer antizipieren. Ghostwriter und Vortragende sind jedoch verschiedene Personen und kennen sich oft nicht einmal, weil die meisten Aufträge online vergeben werden.

Wie kann dann ein Vortrag, der von einem Ghostwriter geschrieben wurde, richtig gut sein?

Die Antwort ist einfach: der Ghostwriter liefert das Manuskript, Aufbau, Inhalte, Struktur, Bilder, Timing, Regieanweisungen für den Einsatz der Folien. Der Vortragende verinnerlicht diese Vorlage und macht seinen ganz persönlichen Vortrag daraus. Er verbindet das Manuskript mit seinen Worten. Das heißt, selbst wenn das Manuskript nicht nur Stichpunkte erhält, sondern den vollständigen Vortrag, liest er den Text nicht einfach ab oder lernt ihn gar auswendig. Das Vortragen auswendig gelernter Texte ist die absolute Garantie für Monotonie, Lampenfieber und Blackouts. Der Vortragende muss sich seinen Zuhörern zuwenden, sich auf der Bühne bewegen und die Visualisierung mit einbeziehen.

Wichtig ist auch, die Interessen und Erwartungen der Zuhörer zu erfüllen und den Vortrag darauf auszurichten. Ghostwriter kennen das Publikum des Kunden nicht. Deshalb ist ein gutes Briefing erforderlich, in dem der Ghostwriter alles Wichtige über die Zielgruppe erfährt. Alles andere,  aus trockenen Inhalten eine anregende Ansprache zu gestalten, ist “Technik”.

Wenn sich meine Kunden für Ghostwriting entscheiden, dann tun sie es aus zwei Gründen. Sie wollen (viel!) Zeit sparen und mit professionellen Unterlagen auftreten. Manche stehen dem Ghostwriting kritisch gegenüber. Weil jemand auftritt und dazu die Unterlagen einer anderen Person nutzt? Dabei ist das doch die Normalität, sonst leisten eben Assistenten und Assistentinnen die Vorarbeit. Nur werden die Präsentationen dadurch nicht professioneller.

Die Gestaltung eines Vortrages und der Folien wird in der Öffentlichkeit stark unterschätzt, es wird einfach vorausgesetzt, dass es jeder kann. Was dabei herauskommt, kann man in den Vortragssälen erleben: langatmige, zu komplexe, zu unverständliche Vorträge, die Zuhörer schalten zu früh ab und nichts bleibt hängen. Interessante Inhalte in eine interessante, visualisierte Präsentation zu verwandeln fordert eine Menge Know-how und praktische Erfahrung in Wirkungsmechanismen.  

Ähnliches gilt für wissenschaftliche Publikationen. Hier kommt es darauf an, wertvolle Inhalte in gut lesbare und verständliche Texte zu verwandeln. Oder den fachlichen, individuellen Input durch zeitaufwändige Recherchen mit aktuellen Inhalten zu ergänzen. Braucht der Ghostwriter dazu spezifisches Fachwissen? Nein, braucht er nicht, weil er nur das, was andere bereits gesagt haben, ansprechend formuliert. Natürlich so, dass kein Plagiat daraus wird, sondern  allen wissenschaftlichen Regeln entspricht. Selbstverständlich braucht der Ghostwriter für wissenschaftliche Texte aller Art selbst eine akademische Ausbildung, am besten in der gleichen Fachrichtung. Ich bin Diplom-Kauffrau und schreibe hauptsächlich betriebswirtschaftliche Arbeiten.

PS:  ACAD WRITE the Ghostwriter bietet übrigens kostenlos Plagiatsprüfungen an.

Der Grundsatz “anregend und unterhaltsam”präsentieren verträgt sich nicht mit Zahlenfriedhöfen und umfangreichen Tabellen. Ansammlungen abstrakter Daten, gleich ob Zahlen oder Texte, sind keine Bilder, die sich einprägen und eine klare Aussage mitgeben. Bei der Darstellung von Zahlen geraten Sie leicht in das Dilemma “abstrakte Detailgenauigkeit” und  “bildhafte Verständlichkeit”. Das eine geht auf Kosten der Verständlichkeit, das andere auf Kosten der Genauigkeit.

Wie finden Sie den richtigen Mittelweg?

Der Mittelweg ist eine klare Aussage und die Darstellung als anschaulicher Vergleich. Machen Sie sich deshalb immer zuerst bewusst, was Sie genau aussagen wollen. Das sind nicht “Umsatzzahlen der letzten drei Quartale”, sondern “Der Umsatz ist in den letzten drei Quartalen um 10 Prozent gestiegen”. Diese Aussage ist der Ausgangspunkt für Ihre Visualisierung. Gehen Sie dabei in acht Schritten vor:

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Die Aussage ist zugleich Bildüberschrift. Bildüberschriften unterstützen dabei, Zahlen schneller und leichter zu erfassen und zu verarbeiten. 

Die Aussage weist außerdem daraufhin, um welchen Vergleich es sich handelt. Den Vergleich müssen Sie kennen, damit Sie das richtige Schaubild wählen:

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  • Der nächste Schritt ist, das Schaubild auszuwählen. Das ist jetzt ein Kinderspiel:

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  • Dann arbeiten Sie die Aussage klar heraus:

>  alles herauslöschen, was für die Aussage nicht relevant ist

>  die Beschriftung entfernen oder auf das Wesentliche reduzieren

Beschriften Sie die Variablen direkt. So ziehen Sie das Auge des Betrachters in das Diagramm hinein. Heben Sie wichtige Teile oder Punkte mit Farben oder Pfeilen und Schildern hervor. Tipp: Nehmen Sie immer die einfachst mögliche Darstellung, keine 3 D’s oder sonstige Raffinessen, sie verzerren die Aussage.

Ein tolles neues Tool haben Daniel Bohn und Christian Schröder mit ihrem Conceptboard kreiert und Google in die Ecke gestellt!

Das Conceptboard ist eine ideale Arbeitsfläche für online-Teams, die sogar zeitversetzt an ihren Ideen, Entwürfen, Dokumenten, Grafiken arbeiten können. Hochgeladene Dokumente können Sie wie einen Ausdruck korrigieren und mit Anmerkungen, Zeichnungen, Markierungen versehen oder Ihr Feedback dazu geben. Sie können Aufgaben verteilen, Ergebnisse bekanntgeben und Hintergrundinformationen ablegen. Oder schnell mit dem eingebauten Screenshot-Tool einen beliebigen Ausschnitt Ihrer Bildschirmoberfläche einfügen.

Ihr Team können Sie direkt einladen, einen Account brauchen Ihre Teamkollegen dazu nicht.

Conceptboard

Für private Nutzer ist Conceptboard kostenlos, ebenso die 4-wöchige Testphase für Unternehmen. Danach kostet es erträgliche 6 Euro pro Monat und ist - lobenswert - jederzeit kündbar.

Kreativität, frische Ideen finden und überzeugend präsentieren war sieben Jahre lang das Thema von Timo Off’’s Blog. Jetzt hört er auf und die Inhalte sind nur noch kurze Zeit online. Unbedingt reinschauen, interessant und amüsant zu lesen und viel Anregung!  

 Eine kleine Kostprobe “29 Möglichkeiten kreativ zu bleiben”:

Wohin mit den Händen während der Präsentation? Es gibt ein paar Grundregeln: auf der Höhe der Taille und darüber halten, Ellenbogen nicht nur am Körper, weite Bewegungen, dem Publikum zugewandt. Die beste Bewegung ist die natürliche Sprechgestik, nichts Eingeübtes. Schauen Sie die Videos von Steve Jobs an: er bewegt sich völlig natürlich, so als ob er mit seinem Publikum ganz entspannt plaudern würde.

Wird dieses natürliche Gestikulieren unterbunden, sucht sich Ihre Energie ein anderes Ventil. Einmal im Jahr sollte man seine Präsentation aufzeichnen lassen, um solche unbewussten “Ventile” aufzuspüren, rät Terri Sjodin und zeigt ein paar witzige Beispiele (deutsche Bearbeitung Dirk Hannemann):

Steve Jobs war ein unvergleichlicher Meister der Präsentation und ein starker Beweis dafür, dass Präsentationssoftware - ob PowerPoint oder Keynote - einen Auftritt eindrucksvoll bereichern können. Auf YouTube finden Sie jede Menge Beispiele dafür, bestes Anschauungsmaterial für jeden Präsentierer. Die legendärsten Auftritte wurden jetzt zusammengefasst:

Auch bei Steve Jobs gab’s Pannen. Souveräne Reaktion:

Was machte die Präsentationen von Steve Jobs so einzigartig?

  • Er setzte eine klare Botschaft, die sich als Motiv und roter Faden durch die gesamte Präsentation zog.
  • Er verkaufte keine Produkte, sondern Emotionen und arbeitete mit Analogien, um den Nutzen anschaulich darzustellen.
  • Seine Folien sind keine Zusammenfassung des Gesagten, sondern untermalen seine Aussagen - und texten sie nicht zu. Die Folien dominieren durch Fotos, enthalten kaum Text.  
  • Er begeisterte sein Publikum mit Visionen und Ideen und einem Präsentationsstil, der dem Publikum einen Riesenspaß machte.
  • Unerwartete Wendungen: wenn er dabei war von der Bühne zu gehen, drehte er sich noch einmal um und sagte ganz nebenbei „one more thing…. und kündigte etwas Neues, das noch nicht präsentiert werden konnte oder sollte, an wie den iPod touch, das MacBook Pro…
  • Er setzte bewusst rhetorische Mittel ein, um seinen Vortrag spannend zu machen. Als er zum Beispiel bei der Macworld 2007 das neue iPhone vorstellte, sagte er: “Heute stellen wir Ihnen die Einführung von drei revolutionären Produkten vor: Das erste Produkt ist ein Breitbild-iPod mit Touch-Bedienung. Das zweite Produkt ist ein revolutionäres Mobiltelefon. Und das Dritte ein Internet-Kommunikationsgerät. Es sind aber nicht drei Geräte. Es ist ein Gerät!” Das war ein Knaller, mit dem niemand gerechnet hatte und das Publikum jubelte.

Übrigens:

Steve Jobs übte wochenlang für seine Auftritte. “Rehearse, rehearse, rehearse” sagte er einmal, als er nach dem Geheimnis seines Erfolgs gefragt wurde.

37 Kurzvideos mit vielen Anwendungstipps für PowerPoint 2011 finden Sie auf dem YouTube-Kanal von Konrad Rennert. Themen sind zum Beispiel der Umgang mit Grafiken, Bildbearbeitung, Zeichnungsobjekte, Audio, Diagramme, Multimedia, Makros, Informationen verbinden und so weiter. Eine Zusammenstellung der Themen mit den Links sehen Sie hier.

Gefunden auf Xing:

Materialliste

Survival Kit

Einen komplexen Sachverhalt auf den Punkt bringen und witzig-tiefgründig visualisieren ist eine Kunst.

Da hat man eine Superidee, zur Umsetzung jedoch nicht die Mittel: PowerPoint bringts nicht, Bilder und Clips aus dem Web passen nicht so richtig. Auf den visuellen Aha-Effekt muss man verzichten. Selbst zeichnen müsste man können!

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Lassen Sie einfach zeichnen. Ist zwar nicht ganz billig, für wichtige Vorträge oder Vorträge, die immer wieder gehalten werden, lohnt sich der Aufwand. Schon eine zentrale Folie bringt eine tolle Wirkung, der Aha-Effekt ist weitaus größer als bei Fotos und Standard-Clips. Schauen Sie mal vorbei bei SkizzBizz, Andreas Gerhardt. Die zahlreichen Beispiele machen Lust. (Die Zeichung hier ist nicht von Herrn Gerhardt)

Keine Ente, sondern wahr: die von dem Rhetoriktrainer Matthias Pöhm gegründete Partei schaffte die Zulassung zu den Herbstwahlen im Kanton Zürich. Dazu waren 400 Unterschriften erforderlich, 800 konnte die Minipartei, APPP abgekürzt, sammeln. Ziel der Partei ist, gegen langweilige PowerPoint-Präsentationen vorzugehen. Ziemlich unwahrscheinlich, dass Powerpoint genug Wähler so reizt, dass sie der Partei ihre Stimme geben, um die 3 % Hürde zu schaffen.

  • Geschickte Werbekampagne von Matthias Pöhm - für Matthias Pöhm!

Als Lösung für das PowerPoint-Problem nennt Matthias Pöhm das Flipchart.

In der Tat, Flipchart-Vorträge gelten als persönlicher und lebhafter. Automatisch macht der Referent sich viel mehr Gedanken, wie er sein Thema vermitteln könnte und was er auf das Flipchart zeichnen wird. Er konzentriert sich eher auf die wesentlichen Aussagen und wird konkreter und verständlicher. Nicht das Flipchart ist das Geheimnis, sondern die andere Herangehensweise.

Nur - in der Praxis überwiegen auch hier: Aufzählungen, unleserliche Schriften, Kritzeleien oder unsystematische Aufteilungen, so dass nichts mehr zu erkennen ist, eben eine Mischung aus unwirksamem Vortragsaufbau, mangelnder Prägnanz beim Zeichnen und nicht gekonnter Kombination von Rhetorik und visueller Darstellung.

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Matthias Pöhm zeigt zwei Videos und präsentiert seinen Umgang mit dem Flipchart. Das sieht so einfach und leicht aus, ist es jedoch nicht. Dazu muss erst mal die Kernaussage da sein, der Aufbau der Rede geschaffen, die Rhetorik geübt und dazu die Zeichnung so prägnant gelingen.  

Bei Matthias Pöhm wirkt das natürlich toll - klar, er macht ja nichts anderes.

Die meisten Referenten halten nur gelegentlich Vorträge, ihre Kernkompetenz ist oft weit davon entfernt. Zeit ist auch knapp, da werden Präsentationen erst in den letzten Tagen “hingeschustert” oder von jemand gemacht, der keinerlei Bezug zum Inhalt hat. Ein fulminanter Flipchart-Vortrag braucht in der Regel wesentlich mehr Vorbereitung, mehr Training, stimmigeres Zusammenwirken der Faktoren: mit PP geht es immer irgendwie, mit Flipchart gerät ein Vortrag schnell unbeholfen und “mickrig”.

Es wird nun schon so lange gegen PP gewettert, Hunderte von Büchern, Tausende von Seminaren und Beratungsstunden haben es nicht geschafft, die Einstellung zu PP zu ändern. Immer noch beherrschen überfrachtete Layouts (gerade große Unternehmen rücken nicht davon ab - hat ja auch so viel gekostet), Bullet Points, Aufzählen, überladene, unleserliche, den Referenten knebelnde PowerPoints die Präsentationslandschaft.

Immer noch sind gefühlte - oder tatsächliche - 98,5 % der Präsentationen die langweilige Machart. In den letzten 5 Jahren hat sich nur sehr wenig geändert. Und da soll das gute, alte Flipchart, das viel höhere Ansprüche an das Präsentations-Knowhow und die Vorbereitung stellt,  eine Revolution bewirken?

Ich würde es mir wünschen - und Matthias Pöhm ein paar Sitze im Kantonsrat Zürich !

Sein Buch Präsentieren Sie noch oder faszinieren Sie schon” ist nach wie vor sehr empfehlenswert, Pflichtlektüre für alle Präsentierer. Es gibt eine neue Auflage (2011), bei älteren Auflagen finden Sie mehr Rezensionen. Es ist keine Anleitung für die Gestaltung von Präsentationen, beeinflusst die Einstellung zur Gestaltung von Präsentationen ganz erheblich und schärft den Blick für das Wesentliche.