Prezi - ein Ersatz für PowerPoint?

„Die flashigen Präsentationen des ungarischen Startups dürften in Kürze bei vielen Konferenzen und Meetings auftauchen und selbst dem schlechtesten Vortrag noch einen Hauch Glamour verleihen.”
So und ähnlich konnte man letztes Jahr vielerorts lesen, als PREZI auftauchte und als Retter aus der PowerPoint-Langeweile bejubelt wurde.

Um es vorweg zu nehmen:
der Retter aus der PowerPoint-Bedrängnis ist Prezi nicht. Wer vorher mit PowerPoint nicht glücklich war, landet mit Prezi im Chaos. Aus einem “schlechtesten” Vortrag macht Prezi garantiert keinen glamourösen!

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Prezi ist eine web-basierte Anwendung, die eine einzige Leinwand verwendet anstelle der herkömmlichen Folien. Alle Folieninhalte wie Texte, Bilder, Videos, pdf-Inhalte werden in Frames gruppiert und können dann mittels Zoom entweder auf einem vorher definierten Pfad nacheinander betrachtet werden oder beliebig herausgezoomt werden.
  • Die fertige Präsentation wird mit der Maus oder über Tastenkombinationen gesteuert. Klickt man auf ein Objekt, wird es herausgezoomt. Navigiert wird mit gedrückter Maustaste oder über die Pfeiltasten der Tastatur. Betätigt man die Leertaste, erhält man eine Gesamtübersicht der Präsentation und kann mit einem anderen Element fortfahren.
  • Die Präsentationen werden online erstellt und präsentiert. Um Prezi auch offline nutzen und das eigene Layout/Logo verwenden zu können, brauchen Sie einen lizenzpflichtigen Premium-Account.
  • Prezi kann nicht in PowerPoint integriert werden, PowerPoint-Präsentationen jedoch als pdf-Datei in Prezi hochgeladen werden (auf prezi erscheinen dann die einzelnen Folien)

Nähere Infos zu Prezi auf der (nur) englischsprachigen Website.  Hier finden Sie jede Menge Beispielpräsentationen, Anleitungen (leider nur in Englisch) können sofort loslegen und selbst ausprobieren.

Prezi ist empfehlenswert und eine aufsehenerregende Option für

  • Workshops und kurze Präsentationen, die die unterschiedlichen Beziehungen und Wechselwirkungen eines  Themenpunktes  beleuchten wollen. Das lässt sich mit Prezi plastischer darstellen als mit PowerPoint.
  • Präsentationen mit vielen Bildern und wenig Text
  • alle (kurzen) Präsentationen, die selbsterklärend und ohne Redner ablaufen. Mit Prezi lässt sich das Auge und der Sinn des Betrachters viel besser durch die Präsentation führen als beim Durchklicken Folie für Folie.

 Prezi ist nicht empfehlenswert für

  • längere Vorträge (auf Dauer nervt die Zoomerei)
  • Vorträge mit viel Text

Ähnlich wie bei den PowerPoint-Effekten, die mittlerweile als unprofessionell gelten, kann Prezi schnell zu viel Unruhe ins Geschehen bringen und die Aufmerksamkeit zu sehr auf die Effekte und vom Redner und seiner Kommunikation ablenken.

Man kann auch nicht einfach eine „normale”, schon gar nicht eine schlechte PP-Präsentation in prezi übertragen. Prezi fordert die Konzentration auf das Wesentliche.

Alternative für die User von PowerPoint 2007 ist pptPlex von Microsoft, das voll in PowerPoint integriert werden kann und es ermöglicht, nur dann zu zoomen, wenn es erwünscht ist und auch Sinn macht.

>>  Alle, die sich für prezi interessieren, sollten sich auch Ahead ansehen.

Weitere Meinungen zu Prezi im Web auf den Weblogs von Klaus Eck, Best Practice Business und - kritisch -  Wortfeld

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